Im Rahmen einer Werksentwicklung wurde der Bedarf für ein Parkhaus mit rd. 1.000 zusätzlichen Stellplätzen ermittelt. Es sollten vier mögliche Standorte in Abstimmung mit den verantwortlichen Vertretern der Werksentwicklungsplanung geprüft werden. Dazu wurde eine Variantenuntersuchung inkl. Schätzkosten durchgeführt, um eine Vorzugsvariante herauszuarbeiten bzw. ein Parkhauskonzept (inkl. Erweiterungsmöglichkeiten und Ersatzmaßnahmen für Stellplätze, die während der Bauzeit wegfallen) ableiten zu können.

Von TRC wurde dabei untersucht, welche Auswirkungen das neue Parkhaus auf die öffentliche Infrastruktur haben wird. Dazu wurden alle vier möglichen Standorte separat geprüft, da sie jeweils unterschiedliche Belastungsänderungen im Straßennetz verursachen. Zur Ermittlung der aktuellen Verkehrsbelastung an den Knotenpunkten des umgebenden Straßennetzes wurden videobasierte Knotenpunktzählungen (6 bis 9 Uhr und 16 bis 19 Uhr; Ermittlung der Spitzenstunden, Erstellung von Knotenstromdiagrammen) durchgeführt, zusätzlich wurden die ein- und ausfahrenden Fahrzeuge an den derzeitigen 12 Unternehmensparkplätzen erfasst.

In einer Variantenuntersuchung wurden für die potenziellen Parkhausstandorte für folgende Aspekte betrachtet und bewertet:

  • Die Auswirkungen der Werksentwicklung auf das Straßennetz
  • Lage der Zufahrten, Rückstau an den Zufahrten und Betrieb einer Schrankenanlage
  • Funktionalität für die Mitarbeiter in Bezug auf die Sicherheit und Qualität der fußläufigen Anbindung an das Werksgelände sowie die Verteilung der Arbeitsplätze auf dem Werksgelände

Für die Berechnung der zusätzlichen Verkehre an den ausgewählten Knoten wurde ein Verkehrsmodell erstellt. Dazu wurde das Straßennetzmodell erarbeitet und eine Verkehrsstrommatrix erzeugt, die für den Nullfall an den Knotenstromzählungen kalibriert wurde. Anschließend wurden die Veränderung der Verkehrsbelastungen an den Knotenpunkten nach Realisierung eines Parkhauses sowie die Verkehrsqualität ermittelt (Mit-Fall und Ohne-Fall). Zudem wurden die Wege der Mitarbeiter nach dem Abstellen des Pkw zum Dienstort berechnet. Die Matrix der Fußgängerwege wurde aus der vorgegebenen Zuordnung von Gebäuden zu Parkplätzen und den Beschäftigtenzahlen je Gebäude abgeleitet.

Die durch das Modell ermittelten Wege verteilen sich im Fußgängernetz entsprechend der Annahme, dass der Fußgänger den zeitkürzesten Weg zwischen Parkplatz und Arbeitsplatz (Dienstgebäude) wählt. Damit konnte auch der aus Sicht der Mitarbeiter geeignetste Standort ermittelt werden und die Standortbewertung eingebracht werden.